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Auf zum Fußballspiel!Und ab und zu machten sie gemütlich halt und ließen die Ponys das Gras am Wegrand fressen. Oder sie gaben ihnen ein paar saftige Falläpfel aus dem großen Obstgarten von Hampwylln Court, die sie in einem fest angebundenen Weidenkorb dabei hatten. Dabei ließen sie abwechselnd das eine und das andere Pony ziehen, um keines der beiden zu stark zu belasten. Ein Pony lief dann einfach nebenher, manchmal an einem Führstrick, aber manchmal auch völlig frei. Denn die Sorge, daß eines weglaufen würde, hatten sie nie. Es war an einem herbstschönen Sonntag, als sie zum nahen Dorf fuhren, um sich das Fußballspiel gegen die Mannschaft des Nachbardorfs anzusehen. Vor allem der alte Knecht sah sich gern die Spiele der beiden großen schottischen Mannschaften von Edinburg und Glasgow im Fernsehen an, und daher wollte er sich das kleine Lokalderby nicht entgehen lassen. |
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| Silvy machte sich weniger aus Fußball, aber sie fand es eine schöne Gelegenheit, mit den beiden Ponys auszufahren, und sie wollte auch mal die selten genutzte Tandemanspannung versuchen. | Bei der Tandemanspannung werden zwei Pferde hintereinander eingespannt; ein Pferde läuft in der Gabel der Kutsche, das andere ist mit der Kutsche durch eine Anspannung verbunden. Diese Art des Fahrens mit einer Kutsche gilt als schwierig, weil das vordere Pferd sich völlig frei bewegen kann. |
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Natürlich hatte sie Gwendollyn vorne eingespannt, weil Gwendollyn so
unglaublich sicher war, und manchmal direkt mitzudenken schien. Munter trabten die beiden Ponys los, Silvy hielt ruhig die Zügeln und der alte Knecht saß daneben und genoß das Nichtstun. Die ruhige baumlose Landschaft erinnerte an alte Ölgemälde, und aus der Ferne hörten sie einen einsamen Dudelsack eine alte, etwas melancholische Weise spielen. Doch, kaum kamen sie an den kleinen Hügel, der die eigentliche Grenze zum Dorf hin bildete, da hörten sie schon die lauten Rufe der Fußballfans. |
Von der hohen Gig: Beste Aussicht auf das SpielNäher gekommen sahen sie, daß sich vor dem einfachen Fußballfeld -zwei Tore aus weiß gestrichenen Balken auf einer trockenen Wiese mit ein paar frischen Sägemehlmarkierungen auf dem Boden- eine dichte Menschentraube gebildete hatte. "Warum bleiben wir nicht einfach sitzen?" meinte Silvy. "Hier sitzen wir wie auf einem Balkon und sehen alles bestens!" Der alte Knecht fand diese Idee hervorragend, und nachdem Silvy an eine passende Stelle gefahren war, warf Silvy den Ponys aus ihrem Weidenkorb ein bißchen Heu mit ein paar Äpfeln hin. Die beiden Ponys machten sich sofort darüber her, und kümmerten sich nicht weiter um Leute und Fußball. |
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Gwendollyn geht durch!
Gespannt verfolgten die Dorfeinwohner das Spiel, und auch Silvy und
der alte Knecht waren ganz auf Pässe, Freistöße, Eckbälle und natürlich -
Tore- der Fußballer konzentriert. Mit voller Lautstärke feuerten die Fans
ihre Mannschaften an. |
Silvy griff erschrocken nach den Zügeln, die ihr aber Gwendollyn mit
ungewohnter Stärke aus der Hand riß. Vorsicht! Vorsicht!" schrie sie, um die Leute vor ihr vor dem durchgehenden Pony zu warnen. Die Zuschauer -ganz auf das Fußballgeschehen konzentriert- brauchten eine Weile um zu reagieren, aber dann stoben sie entsetzt auseinander. Gwendollyn riß die Gig mit sich -Gwenfair lief ohnehin einfach Gwendollyn nach- und ging in einem merkwürdigen Zickzack mitten durch die Menge, die entsetzt in alle Richtungen davonlief. Erst mitten im Fußballfeld kam der Sulky zu stehen. Einen Moment war betroffene Stille, und Silvy schämte sich entsetzlich für ihr Pony und sprang herab, um Gwendollyn wieder zurück zu führen. |
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Fast passiert ein schreckliches Unglück!
Da hörten alle ein durchdringendes Pfeifen, das schnell näher kam.
Die schon geschockten Zuschauer blieben nun verängstigt stehen. Noch
lauter wurde das Pfeifen, fast unerträglich, und viele hielten sich die
Ohren zu, bis plötzlich das Pfeifen in einem gewaltigen Knall endete und
gleichzeitig der Boden wie bei einem Erdbeben schwankte.
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Viele irrten ziellos umher, und fielen dabei fast vor Schreck in
einen großen Krater, der an der Stelle war, wo noch vor kurzem viele
Menschen gestanden waren, bevor Gwendollyn ihren Zickzackkurs begonnen
hatte.
Rauchschwaden stiegen auf, ein Geruch nach Verbranntem hing in der
Luft. Ein schwarzverkohltes Aluminiumteil ragte aus dem Loch. |
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Gwendollyn hatte vielen Menschen das Leben gerettet!
So wie es aussah, hatte Gwendollyn das Herannahen des Aluminiumteils,
das sicher von einem Flugzeug stammte, schon sehr früh gehört und hatte mit
ihrem Zickzackkurs die Menschen von dort verjagt, wo wenig später das
Flugzeugteil herabstürzte. |
Silvy und der alte Knecht fuhren früh nach Hause. Und dort -nachdem
Silvy die Ponys ausgespannt hatte- sah sie in die vertrauten Augen von
Gwendollyn, wo sie das seltsame Funkeln wieder sah. "Weißt Du, daß Du heute
vielen vielen Menschen das Leben gerettet hast? Du bist das tollste Pony der
Welt!"
Und Silvy verdrückte ein paar Tränen. Gwendollyn schnaubte leise und
stupste sie mit ihrer weichen Nüstern an. "Nein nein, Äpfel bekommst Du
heute keine mehr," lachte sie. "Du hast heute schon genug bekommen, und zu
viele könnten Dir nicht gut bekommen!" |
| Nachricht aus
der Tageszeitung "Daldranoch News" einen Tag später: (Eigener Bericht) "Wie wir in Erfahrung bringen konnten, hatte das Flugzeug vom Typ 817 der Fluggesellschaft Western World Airways auf dem Flug nach Washington einen Teil seiner Fahrwerksverkleidung verloren. Dies fiel erst nach der Landung in Washington auf, als das Flugzeug für den Rückflug gewartet wurde. Das Fahrwerksteil war inmitten eines Fußballspiels am Rande eines kleinen Dorfs in den schottischen Highlands gestürzt. Wie durch ein Wunder ist trotz der dortigen zahlreichen Besucher niemand verletzt worden." |
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