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Gwenfair zieht ein!Was bisher geschah: Gwendollyn kommt nach Hampwylln Court und lernt Silvy kennen (1 ). Sie zieht den Nachbarsjungen Marc aus dem Wasser (2). Nachdem Gwendollyn den Nachbarsjungen Marc gerettet hatte, waren sie alle am nächsten Sonntag von den Eltern zum Tee eingeladen worden. Da es nur eine halbe Stunde zu Fuß entfernt war, zogen sich Silvy und Tom warm an, holten Gwendollyn von der Koppel -das feuerrote Shetland Pony war ausdrücklich mit eingeladen worden- und gingen zu den Nachbarn hinüber. Dort gab es Tee und mit Scones und Clotted Cream und für den alten Tom gab es in Eichenholzfässern gereiften schottischen Malzwhisky. "Sagt mal", fragte der Nachbar Mr. McFayllan, "ich habe auch ein Shetland Pony, das recht einsam bei mir auf der Koppel herumsteht. Wollt ihr das nicht zu euch nehmen? Für Futter und Pflege zahle ich gern, wenn nur die Jungen ab und zu bei euch reiten können." Und da er einen guten Preis nannte, sagten Tom und Silvy gern zu. |
Scones werden aus einem einfachen Rührteig hergestellt und schmecken besonders gut mit Clotted Cream; das ist ein Mittelding zwischen Butter und Schlagrahm und besonders fettreich. |
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Gwendollyn reißt sich losSilvy verwunderte sich gerade wieder einmal über das seltsame Funkeln in den Augen ihres Shetland Ponys, als Gwendollyn plötzlich beim Überstreifen des Stallhalfters ruckartig stehenblieb, mit hochgereckten Nüstern die Luft einsog, und ohne Vorwarnung davon galoppierte. Verblüfft sah ihr Silvy hinterher, noch dazu als sie merkte, daß
Gwendollyn in Richtung Obstgarten lief. Da sie inzwischen wußte, daß
Gwendollyn einen sicheren Grund für ihr ungewöhnliches Verhalten hat, rannte sie
einfach hinterher. |
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| Und so kam es, daß schon am nächsten
Tag noch ein Shetland Pony auf den Koppeln von Hampwylln Court stand. Es
kommen viele Farben und Abzeichen bei den Shetland Ponys vor, und dieses
war einbrauner Wallach mit einer schönen Blume auf der Stirn. Gwenfair,
so nannte man ihn, vertrug sich vom ersten Tag an gut mit Gwendollyn.
"Silvy" sagte der alte Knecht Tom, "das ist genau richtig
für unsere Gwendollyn, denn allein sollte man kein Pferd stehen
lassen." Gwendollyn konnte inzwischen perfekt vor- und rückwärts zwischen den Stangen laufen und Silvy konnte ihr Glück kaum fassen, wenn sie der fuchsroten Stute in die Augen sah, die stets vergnügt leuchteten und manchmal geheimnisvoll funkelten. |
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Der neu hinzugekommene Wallach hatte sich schnell eingewöhnt. Wie Gwendollyn tollte Gwenfair gern auf der riesigen Koppel umher. Bei kurzen gemeinsamen Sprints konnte er aber nie mit ihr mithalten. Gwendollyn war immer schneller als er. Der Koppelzaun ist morschDer regenreiche Sommer hatte zwar für reichlich Gras auf den Koppeln gesorgt, aber das alte Holz, das die Koppeln einzäunte, war auch an einigen Stellen morsch geworden. Und Tom kam kaum damit nach, Stangen herzurichten und die morschen Stangen und Pfosten auszutauschen. Dazu kam noch, daß manche der Pfosten im weichen Untergrund gar nicht hielten, so daß er die Pfosten viel länger als gewöhnlich |
machen mußte, oder einige Male sogar den Zaun um einige Meter versetzen mußte, um einen sicheren Untergrund zu finden. Der regenreiche Sommer hatte außerdem zu vielen sumpfigen Stellen auf der Koppel geführt, wo nun die Frösche quakten. Auch die Obstbäume hatten gelitten, und sogar der robuste schottische Trellyn-Apfel war von den meisten Bäumen unreif abgefallen und faulte nun im Gras. Silvy hatte sich vorgenommen, am Wochenende das Fallobst aufzusammeln um zu sehen, ob sie vielleicht etwas Marmelade daraus machen konnte. Die Hafer- und Gerstenernte würde zwar knapp ausfallen, aber dafür gab es einen landwirtschaftlichen Ausgleichsfonds, der dies wieder kompensierte. Die Schafe gediehen jedenfalls prächtig und auch dem Whisky konnte das Wetter nichts anhaben. |
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Was passiert nun?Auch an diesem Abend arbeitete Silvy wie gewöhnlich mit Gwendollyn auf der kleinen Übungsbahn, die Tom für sie abgesteckt hatte. Gwenfair stand zwar meist daneben und ließ die beiden nicht aus den Augen, aber im Moment graste er irgendwo auf der großen Koppel. Shetland Ponys brauchen, ähnlich wie das Islandpferd eine ziemlich lange Entwicklungsphase, bis sie geritten werden können. Und Gwendollyn mit den 4 Jahren, die sie nun alt war, war dafür noch zu jung. Und so dachte sich Silvy immer neue Dinge aus, sie longierte Gwendollyn, |
sie baute ihr immer neue Hindernisse auf und ließ sie darum
gehen oder manchmal darüber springen, sie ließ sie vorwärts und rückwärts
durch ausgelegte Stangen laufen, sie gewöhnte sie an
ein Gebiß und führte sie von hinten mit einem extra
langen Zügel. Die letzte Übung, so hatte ihr Tom
erklärt, sei gut als Vorübung z Eine morsche Stange war am Rande der
Koppel abgefallen und Gwendollyn war an dieser Stelle durch den Zaun
hindurch galoppiert. Der alte Obstgarten war groß und sie
mußte erst eine Weile suchen, bis sie Gwendollyn wieder sah, ganz am
anderen Ende des Gartens schnaubte sie aufgeregt
und lief hin und her. Aber was sah Silvy da!
Gwenfair lag naß geschwitzt am Boden, und zwickte sich immer wieder in seinen Bauch. Was sollte sie nun tun? Tom war irgendwo auf der Koppel, und sie wußte nur vage, daß die Situation vielleicht sehr ernst war. Konnte es sein, daß Gwenfair am Ende eine Kolik bekommen hatte? Aber was tun? |
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| Aber was machte Gwendollyn? War ihr Liebling verrückt geworden? Gwendollyn zwickte Gwenfair kräftig in das Hinterteil und stupste ihn immer wieder mit der Nase an. Und Gwenfair schien zu verstehen was ihm Gwendollyn sagen wollte, denn er mühte sich nun aufzustehen. Als er schließlich stand, preßte sich Gwendollyn dicht an ihn, damit er sich nicht wieder hinlegen konnte. Gwenfair drehte sich häufig nach seinem Bauch um und scharrte mit den Hufen. Was macht Gwendollyn jetzt? Sie stupste Gwenfair hinten an, und da fiel es auch Silvy wieder ein, daß man bei ernsten Koliken das Pferd führen sollte. |
Glücklicherweise hatte Gwendollyn noch das Stallhalfter an, das Silvy nun
Gwenfair überzog und mit dem sie ihn langsam herumführte. Und
es wurde ihr nun klar, daß Gwenfair sich an den unreifen Äpfeln
überfressen hatte.
Sie hatte selbst schon mal unreifes Obst gegessen und konnte sich vorstellen, wie sich Gwenfair nun fühlte. Und Pferde, das wußte sie, hatten einen viel empfindlicheren Magen als Menschen und konnten an einer Kolik sogar sterben. |
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Gwenfair hat eine Kolik bekommenGlücklicherweise kam in diesem Moment Tom hinzu, der gesehen hatte,
wie Silvy Gwendollyn hinterher gelaufen war. Sachkundig
hörte er die Darmgeräusche ab. |
Die nächste halbe Stunde war sie nun damit beschäftigt, Gwenfair
zu führen. Tom war zurück zum Zaun gegangen, um ihn
wenigstens für die Nacht sicher zu
verschließen. Schließlich sah Silvy erleichtert, daß Gwenfair mistete. Das, so hatte ihr Tom erklärt, sei ein gutes Zeichen, wenngleich die Gefahr damit noch nicht gebannt war. Aber wo war Gwendollyn geblieben? "Sie wird doch nicht auch unreife Äpfel gefressen haben" schoß es Silvy entsetzt durch den Sinn. Aber Gwendollyn hatte nur das gute Gras im Obstgraten genossen und lief sorgfältig um das Fallobst herum. |
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Gemeinsam gingen sie nun zurück zur großen
Koppel, wo Tom inzwischen den Zaun ausgebessert hatte. "Weißt
Du", sagte Silvy zu Tom "daß eigentlich Gwendollyn unseren Gwenfair gerettet hat? Sie lief einfach zu ihm hin, und dann half sie ihm auch noch beim Aufstehen und Herumgehen!" Porridge zum Happy
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Es war nun schon spät geworden, aber Silyv lud noch Tom zu sich ein, und setzte ihm eine kräftiges Porridge vor, ein Gericht, das er zwar vorzugsweise am Morgen, gelegentlich aber auch am Abend schätzte. Und Silvy fragte Tom alles, was der über Koliken wußte, bis es schließlich zu spät geworden war, und beide ins Bett mußten. |
PorridgePorridge ist das schottische Nationalgericht. Die verweichlichte englische Variante verwendet übrigens Haferflocken und Zucker. Übrigens, wer sich weiter informieren möchte, das ist ein ganz offensichtlich ein interessantes Thema: im Internet habe ich 19.173 Webseiten über dieses Thema gefunden !! (nein, ich habe nicht alle 19.173 Seiten gelesen!) |
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