Kleine
Schritte und klare SignaleEine
neue Facette im Kursangebot für ostsächsische Reiter gab es Anfang Februar bei
Görlitz. Steffen Meyer aus Moritzburg zeigte den acht Teilnehmern eines Kurses
auf dem VFD-Reiterhof Schöpstal, wie Pferde lernen und wie man mit ihnen
arbeitet, wenn man zirzensische Lektionen einüben möchte.
Wie
fein nuanciert, geduldig, aber auch mit gleichbleibender Konsequenz man einem
Pferd Signale übermitteln muss, damit es Schritt für Schritt versteht, was der
Mensch von ihm erwartet, stellten die Teilnehmer schon bei den Basisübungen mit
der Longe in den beiden abgegrenzten Zirkeln der Reithalle fest. Steffen half
mit Erklärungen von außen oder auch mit der Übernahme von Longe und Peitsche
direkt. Er erklärte dabei jeden Schritt und dessen Sinn.
Den
Hang zur Zirkusarbeit entdeckte der gelernte Gestütswärter schon während
seiner Lehrzeit und nachfolgenden Tätigkeit in sächsischen Landgestüt
Moritzburg. Da gab es den Trakehnerhengst Goldregen, der äußerst gelehrig war
und begeistert einige Kunststücke regelrecht anbot. Als Meyer 1989 ins Haupt-
und Landgestüt
Marbach ging, förderte ihn der dortige Gestütsleiter und schickte ihn für
einige Wochen in den für seine Pferdedressuren weltberühmten Schweizer Zirkus
Knie. Steffen Meyer fing sofort Feuer, fuhr fortan auch im Urlaub zu den
Zirkusleuten, sah ihnen bei der Morgenarbeit zu, beobachtete, wie die Pferde im
Winterquartier an neue Aufgaben herangeführt, wie junge Pferde das kleine
Einmaleins der Freiheitsdressur lernen. Seit fünf Jahren wieder in der sächsischen
Heimat, ist er als Reitlehrer im Großraum Dresden unterwegs. Die Kundschaft
sind vor allem Freizeitreiter, die ihre Pferde in der Dressur etwas fördern möchten,
oder Pferdebesitzer, die Interesse an zirzensischen Lektionen und Schaubildern
haben.
Vieles,
was Steffen Meyer den Kursteilnehmern im Februar bei ersten Schritten zum
Kompliment oder den Vorübungen zum Steigen oder spanischen Schritt vermittelte,
gilt auch außerhalb der Zirkuslektionen für ganz normale Reitstunden. Lernen
ohne Stress, Lehren in kleinen und für das Pferd verständlichen Häppchen und
in sehr kurzen Zeiteinheiten. Das Kontrollieren der eigenen Körpersignale und
das Einschätzen der momentanen Stimmungslage des Pferdes gehören ebenso dazu
wie immer gleiche Worte und Gesten
für bestimmte Elemente.
Zwischen den Übungseinheiten mit den eigenen Pferden bekamen die Kursteilnehmer per Video und durch Erläuterungen einen ganzen Packen theoretischen Rüstzeuges mit auf den Weg. Auch die Zuschauer lernten durch Zuhören und Zuhören für die Arbeit mit den eigenen Pferden. Ganz sicher wird es bald einen nächsten Kurs in Ostsachsen mit Steffen geben.
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